Sehr geehrter Herr Wolf,
sehr geehrte Damen und Herren,
zunächst, darf ich Ihnen versichern, dass es keinerlei Pläne oder Anträge gibt, das Hofenfels-Bad zu schließen. Ich habe auch keine „politische Willensbekundung“ in der von Ihnen unterstellten Richtung gegeben.
Es ist noch nicht lange her, dass wir Mitglieder des Bauausschusses und auch der gesamte Stadtrat beschlossen haben, viel Geld für die Sanierung dieses Bades auszugeben, weil wir von seiner Notwendigkeit überzeugt waren. Da werde ich jetzt, kurz danach, sicher nicht für eine Schließung plädieren. Wenn ich gewollt hätte, dass das Bad geschlossen werden soll, hätte ich den Antrag dazu vor der Investition in Umkleiden, Duschen usw. gestellt.
Meine politische Willensbekundung war für den Erhalt des Bades und dafür hatte ich im Ausschuss und im Stadtrat plädiert und die Hand gehoben. Außerdem wäre eine Schließung auch nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn das Badeparadies die Nutzer des Hofenfels-Bades vollständig und zu gleichen Bedingungen aufnehmen könnte und das ist bei der momentanen Auslastung sicher nicht möglich.
Entgegen der Überschrift im PM ist also das Hofenfels-Bad nicht in Gefahr, jedenfalls nicht in absehbarer Zeit und nicht, so lange die Auslastung so bleibt. Diese war mir auch schon vor Ihrem Schreiben bekannt und wir hatten das auch schon vor der Renovierung im Rat besprochen.
Damals ist auch besprochen und ausgeführt worden, dass der Wasserverbrauch durch den Umbau der Duschen reduziert werden kann. Die Legionellenvorsorge nach alter Art führt zu einer enormen Wasser- und Energieverschwendung. Nicht zuletzt dank meiner Beiträge im Bauausschuss baut man inzwischen legionellenfreie Warmwasserbereiter ein und spart so in jeder Woche sehr viel heißes Wasser. Damit wird es auch leichter, das Bad künftig zu betreiben.
Der Artikel im PM bezieht sich auf eine Sitzung des Bau- und Umweltausschusses zum Thema: „Energie und Wasserverbrauch in städtischen Gebäuden“. Es ging nicht um eine Abstimmung, sondern nur um eine Information des Ausschusses durch die Verwaltung. Dabei war der Wasserverbrauch des Hofenfels-Gymnasiums außerordentlich hoch, was einige Ausschussmitglieder verwundert hatte. Der Bau- und Umweltausschuss muss sich mit Fragen der Einsparung von Energie und Trinkwasser befassen und dabei auch die langfristige Entwicklung sehen. Da kann es angesichts der weltweiten Entwicklung und der Überschuldung der Stadt Zweibrücken keine Denkverbote geben. Wenn sogar zunehmend Kriege um knappe Mittel geführt werden, muss man frühzeitig neue Wege suchen. So muss auch überlegt werden, ob es möglich ist, den Trinkwasserverbrauch zu reduzieren bei unveränderter Nutzung. Durch Einsatz moderner Technik ist manches möglich, was man bisher nicht für möglich gehalten hat.
Meine Äußerung, die nur teilweise zitiert wurde, ist nur in diesem Zusammenhang richtig zu verstehen.
Der Bauausschuss muss alle Gebäude auf Einsparmöglichkeiten überprüfen. Aber eine Änderung ist in jedem Fall frühestens nach Abschreibung der letzten Renovierungen überhaupt möglich. Zu einem konkreten Schritt kann es auch erst kommen, wenn man dazu einen Antrag stellt. Ob das Bad gebraucht wird, ist auch nicht Sache des Bauausschusses, sondern müsste zu gegebener Zeit zuerst im Sportausschuss beraten werden und dann würden Ihre Argumente sicher hinreichend gewürdigt werden.
Ich hoffe, dass ich Sie überzeugen konnte, dass es mir nicht um eine Schließung des Bades gegangen ist, sondern um langfristige Überlegungen für eine Zukunft, die auch Sie nicht kennen, für die wir uns aber trotzdem wappnen müssen. Wir aber wissen ist, dass der weltweite Kampf um Trinkwasser und Energie härter wird.
Mit freundlichem Gruß
Walter Rimbrecht |